Konzertkritik: Stabat Mater in der Süsterkirche

 

Als meine kleine Schwester mit 12 Jahren anfing im Bielefelder Kinderchor zu singen, konnte ich, zwei Jahre älter, damit so gar nichts anfangen. Weder mit den  Kinderliedern, weder mit den künstlich klingenden Stimmen,  weder damit, dass meine Schwester nun zu einer ausgewählten Kaste  des Bielefelder Bildungsbürgertum gehörte,  ( sie zog also gerade steil an mir vorbei) welche  ihre Kinder in Kleider steckten aus dessen Stoff schon Generationen von  Großmüttern ihre Gardinen genäht hatten.

 

Ich, als späterer  Liedermacher- und Jazzfan, konnte mit den gequetscht klingenden Stimmen vieler  Opern und Liederdiven auch im Erwachsenenalter  nichts anfangen, und fand diese Art von Gesang immer nur sehr künstlich und gewollt “schön” klingend, aber niemals natürlich, klar und mit menschlicher Ausprägung.

 

35 Jahre später.

Meine Schwester singt nach vielen Jahren zum ersten mal wieder öffentlich, also vor Puplikum. Ich bin gespannt.

 

Stabat Mater ( den Müttern)  Verschiedene Vertonungen  ( Antonio Vivaldi, Paul Hindemith, und Giovanni Battista Pergolesi) nach dem Gedicht von Jacopone da Todi über das Leiden Jesus aus Sicht seiner Mutter Maria.

Keine leichte Kost, hat sich da meine  Schwester vorgenommen, zusammen mit ihren musikalischen Mitstreitern.

 

Ich nehme  meine Kritik , gleich vorweg: Ich war begeistert und  angenehm berührt.

 

Ich konnte einem Konzert beiwohnen, das immer klar und natürlich klang, mit wunderbar harmonierenden Stimmen, die  präzise und eindeutig die Töne erschufen, als kämen diese  gerade aus den Kosmos angereist und würden den beiden Sopranstimmen ( Heike Christeleit und Daniela Giuccioli), wie selbstverständlich aus dem Mund entfleuchen. Und das auch bei dem sperrigem Lied von Hindemith.

Zwei sehr harmonisch sich ergänzende Stimmen, die besonders in den Duettpassagen, ihren gemeinsamen  Wohlklang ausspielen konnten.

 

Dazu ganz uneitel und sicher begleitet sowie arrangiert  mit dem Klavier durch Georg Krieger und ergänzt durch die wunderbaren  Solis der Geige und der Querflöte, gespielt von Wolf Isensee und Anneliese Streit. Nicht zu vergessen Jürgen Buchmann, der kleine Textübersetzungen und Gedichte dazugestreut hat.

 

Ein wundervolles Zusammenspiel aller Beteiligten.

 

Ich weiß nicht, ob diese kleine, sich erst kürzlich  gefundene Gruppe von Musikern, sich schon einen  gemeinsamen Namen gegeben haben. Ich würde es mir wünschen, und möchte Euch  aufrufen, Euer musikalisches Miteinander weiter auszudehnen.

Euer Spiel passt wunderbar zusammen, und die Lieder gehören noch mehrmals aufgeführt. Und als zweite Staffel wünsche ich mir Stücke, mit ein bisschen mehr weniger Leiden. Vielleicht Stücke von Bruckner und Avo Pärt.  

 

Mit besten Wünschen, und danke für den schönen Abend.

 

Sven

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10 Antworten auf Konzertkritik: Stabat Mater in der Süsterkirche

  1. Sylvia sagt:

    Warum hast du das nicht aufgenommen, damit die Leser auch hören können, wie dasdennsoklingt ?

  2. Sven sagt:

    Na, für die Leser, hab ich das Bild ins Netz gestellt. An die weltweiten Zuhörer habe ich nicht gedacht. Zudem weiß ich auch nicht, ob es allen Beteiligten recht gewesen wäre.
    Den nächsten Konzerttermin kündige ich wieder an. Wer hören mag , kann kommen.

  3. Sylvia sagt:

    Naja, Bielefeld ist nicht grad ums Eck.

    Eher um viele Ecken :grin:

    Wenn es öffentlich aufgeführt wird, warum sollten die Sänger dann nicht wollen, dass es gehört wird ? :roll:

  4. Claudia sagt:

    @sylvia – weil die Gema Rechte an der Musik hat und ein Mitschnitt vom Konzert bei denen genehmigt werden muss… :? Ist alles nicht so einfach.

    @sven – schön, dass das Konzert gelungen ist! Schön, wenn das Ensemble zusammenbleiben könnte…

  5. Sylvia sagt:

    @Claudia: Aha, danke, verstehe ;-)

  6. Sven sagt:

    Oh, ich habe euch noch nicht vorgestellt.
    Hallo Sylvia, darf ich vorstellen: Claudia.
    Hallo Claudia, darf ich vorstellen: Sylvia.

  7. Sylvia sagt:

    Wir kenn uns schon, die Claudia und ich ;-)

    Soweit erinnerlich haben wir vor geraumer Zeit mal privat emailiert. :grin:

  8. Sven sagt:

    Die Welt ist tatsächlich ein Dorf.

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